Vom Berghüttenkind zur Olympiasiegerin: Hilde Gerg erzählt in den BR-Lebenslinien von Skisport, Nagano 1998, Neubeginn und ihrer Heimat am Königssee.

Hilde Gerg – Olympiasiegerin, „Wilde Hilde“ und Gastgeberin am Königssee

Manchmal begegnet einem die eigene Lebensgeschichte noch einmal aus einer ganz neuen Perspektive. Der Bayerische Rundfunk hat meine „Lebenslinien“ neu aufbereitet und veröffentlicht die Sendung derzeit in mehreren Teilen auf YouTube.

Für mich ist das eine schöne Gelegenheit, Euch noch einmal ein Stück mitzunehmen: von meiner Kindheit auf einer Berghütte über die Jahre als Skirennläuferin, meinen Olympiasieg 1998 in Nagano und viele Höhen und Tiefen bis zu meinem heutigen Leben hier in Schönau am Königssee.

Denn auch wenn mich viele bis heute als Olympiasiegerin oder als die „Wilde Hilde“ kennen: Mein Leben bestand und besteht aus weit mehr als schnellen Schwüngen zwischen Slalomstangen.

 

Vom Berghüttenkind zur Skirennläuferin

Aufgewachsen bin ich in Lenggries und auf der Tölzer Hütte am Brauneck. Berge, Schnee, Natur und Bewegung gehörten für mich von klein auf zum Alltag. Bereits als kleines Kind stand ich auf Skiern – zunächst weniger mit dem Gedanken an Medaillen und Weltcups, sondern ganz selbstverständlich, weil das Skifahren zu unserem Leben am Berg gehörte.

Später führte mich mein Weg an das Sportinternat in Berchtesgaden. Aus der Freude am Skifahren wurde Leistungssport und schließlich mein Beruf.

Was folgte, waren Jahre voller Training, Reisen, Wettkämpfe, Siege und Niederlagen. Jahre, in denen ich lernen durfte, dass Erfolg nicht nur davon abhängt, wie schnell man einen Berg hinunterkommt – sondern auch davon, wie oft man bereit ist, wieder aufzustehen.

 

Olympiasiegerin Hilde Gerg: Gold in Nagano 1998

Der sportliche Höhepunkt meiner Karriere kam bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano.

Im Slalom gewann ich die Goldmedaille und wurde Olympiasiegerin. In der Kombination kam mit Bronze eine weitere olympische Medaille hinzu.

Natürlich sind das Momente, die bleiben. Genauso wie die insgesamt 20 Weltcupsiege und 59 Podestplätze, die ich während meiner Karriere feiern durfte.

Aber hinter solchen Zahlen steckt weit mehr als das, was später in Ergebnislisten steht: unzählige Trainingsstunden, Verletzungen, Zweifel, Freude, Teamgeist und die Bereitschaft, immer wieder von vorne anzufangen.

Vielleicht passte deshalb auch mein Spitzname ganz gut zu mir: die „Wilde Hilde“.

 

BR-Lebenslinien Teil 1: Vom Berghüttenkind zum Skistar

Der erste Teil der neuen YouTube-Fassung der BR-Lebenslinien erzählt von meinen Anfängen und davon, wie aus einem Mädchen von der Berghütte schließlich eine professionelle Skirennläuferin wurde.

„Vom Berghüttenkind zum Skistar: Hilde Gergs Weg in den Profisport | Lebenslinien 1/3“

Vom Berghüttenkind zum Skistar: Hilde Gergs Weg in den Profisport | Lebenslinien 1/3

Viele Bilder und Erinnerungen aus dieser Zeit liegen inzwischen einige Jahrzehnte zurück. Umso besonderer ist es für mich, sie heute noch einmal zu sehen – mit all dem Wissen darüber, welche Wege danach noch auf mich gewartet haben.

 

BR-Lebenslinien Teil 2: Zwischen Olympia, Erwartungsdruck und großer Liebe

Der zweite Teil führt mitten hinein in meine Zeit als Skirennläuferin. Leistungssport bedeutet schließlich nicht nur Erfolge, Medaillen und schöne Bilder vom Siegerpodest. Dahinter stehen enormer Trainingsaufwand, Erwartungen, Verletzungen und der Druck, immer wieder Leistung bringen zu müssen.

Und während sich sportlich vieles um Weltcup, Olympia und die nächsten Rennen drehte, entwickelte sich gleichzeitig eine ganz persönliche Geschichte.

Mit 18 Jahren verliebte ich mich in meinen damaligen Trainer Wolfgang Graßl. Unsere Beziehung hielten wir zunächst geheim. Später wurde aus dieser Liebe unsere gemeinsame Familie.

Der Bayerische Rundfunk erzählt diesen Abschnitt meiner Geschichte im zweiten Teil:

„Geheime Liebe im Team: Skistar Hilde Gerg zwischen Olympia und Druck | Lebenslinien 2/3 | BR“

Geheime Liebe im Team: Skistar Hilde Gerg zwischen Olympia und Druck | Lebenslinien 2/3 | BR

Auch mein Olympiasieg 1998 in Nagano gehört in diese Zeit. Ein Moment, der sportlich kaum größer hätte sein können – eingebettet in Jahre, in denen sich berufliches und privates Leben manchmal kaum voneinander trennen ließen.

 

Wenn das Leben plötzlich eine andere Richtung nimmt

Meine Geschichte besteht aber nicht nur aus sportlichen Erfolgen.

Verletzungen gehörten zum Leistungssport dazu und eine schwere Knieverletzung bedeutete schließlich 2005 das Ende meiner aktiven Karriere. Danach begann ein neuer Lebensabschnitt mit meiner Familie.

Und dann kam einer jener Momente, auf die einen nichts vorbereiten kann: Mein Mann Wolfgang starb völlig unerwartet.

Plötzlich ging es nicht mehr darum, Hundertstelsekunden aufzuholen oder nach einem Sturz wieder ins Training einzusteigen. Es ging darum, für meine Kinder da zu sein und einen neuen Weg ins Leben zu finden.

Auch dieser Teil gehört zu meinen Lebenslinien.

 

BR-Lebenslinien Teil 3: Abschied und Neubeginn

Der dritte Teil der Serie erzählt von dieser besonders einschneidenden Zeit – und davon, wie es gelingen kann, nach einem schweren Verlust irgendwann wieder nach vorne zu schauen.

„Vom Skistar zur Witwe: Wie Hilde Gerg ihr Schicksal meistert und neu anfängt | Lebenslinien“

Vom Skistar zur Witwe: Wie Hilde Gerg ihr Schicksal meistert und neu anfängt | Lebenslinien

Es sind keine einfachen Erinnerungen. Aber sie gehören zu mir und zu dem Menschen, der ich heute bin.

Der Sport hat mich dabei sicherlich geprägt. Nicht aufzugeben, Veränderungen anzunehmen und auch nach schwierigen Zeiten wieder nach vorne zu schauen, musste ich als Skirennläuferin immer wieder lernen. Später bekam genau das noch einmal eine ganz andere Bedeutung.

 

Von Berchtesgaden nach Schönau am Königssee

Das Berchtesgadener Land begleitet mich schon seit meiner Jugend. Mit meiner Zeit am Sportinternat begann eine Verbindung zu dieser Region, die schließlich zu meiner Heimat wurde.

Heute lebe ich mit meiner Familie in Schönau am Königssee, umgeben von Watzmann, Jenner und einer Bergwelt, die für mich noch immer etwas ganz Besonderes ist.

Und heute bin ich nicht mehr nur ehemalige Skirennläuferin und Olympiasiegerin.

Ich bin Mama, Gesundheitscoach – und Gastgeberin unserer Ferienwohnungen am Kressgrabenlehen in Schönau am Königssee.

Vielleicht schließt sich damit sogar ein Kreis: Ich bin selbst auf einer Berghütte aufgewachsen und habe schon als Kind erlebt, wie selbstverständlich es sein kann, Menschen willkommen zu heißen. Heute darf ich genau das an einem anderen wunderschönen Ort tun.

 

Hilde Gerg in den „Lebenslinien“ des Bayerischen Rundfunks

Die neu geschnittene YouTube-Serie des Bayerischen Rundfunks erzählt meine Geschichte nun noch einmal in drei Teilen. Alle drei Folgen sind inzwischen auf dem YouTube-Kanal des Bayerischen Rundfunks veröffentlicht und können direkt hier im Beitrag angesehen werden.

Wer lieber die vollständige Geschichte am Stück sehen möchte, findet die 45-minütige Lebenslinien-Sendung „Hilde Gerg – Rasant bergab, immer wieder bergauf“ weiterhin in der ARD-Mediathek.

 

„Hilde Gerg – Rasant bergab, immer wieder bergauf“ weiterhin in der ARD-Mediathek.

Wer den ursprünglichen Beitrag zur Fernsehausstrahlung noch einmal lesen möchte: Lebenslinien Deiner Gastgeberin: Hilde Gerg

Am Ende führen eben viele Linien durch ein Leben: manche gerade, manche überraschend steil bergauf oder rasant bergab.

Meine haben mich von Lenggries über die Skipisten dieser Welt und den Olympiasieg in Nagano schließlich hierher geführt – nach Schönau am Königssee.

Und hier freue ich mich heute darauf, Euch als Gäste willkommen zu heißen.

Ferienwohnungen mit Herz in Schönau am Königssee lichst, eure Hilde